Von wegen Piraten könnten keine Politik

Von wegen Piraten könnten keine Politik

Zumindest der Ex-Pirat Christopher Lauer ist ein echt professioneller Politiker geworden und hat sich die wichtigsten Tugenden dieses Berufsstandes zu eigen gemacht:

  1. Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern und
  2. wes Brot ich ess, des Lied ich sing.

Kaum hat der Mann einen Job beim Axel Springer Verlag, schon ist er vom Gegner zum Fan des Leistungsschutzrechtes für Presseverlage geworden. Beeindruckend ist durchaus das Tempo, mit dem er sich da gedreht hat, da gab es keine Schamfrist oder so, das ging ratzfatz: Neuer Job, neue Meinung.

Aber nicht nur diese beiden Tugenden eines Berufspolitikers beherrscht der Mann, auch das Thema „Einfach mal absolut unpassende Vergleiche anstellen“ ist ihm scheinbar schon in Fleisch und Blut übergegangen:

Herrlich, oder? Da vergleicht er einfach mal – als ob er es nicht besser wüsste – die Vorratsdatenspeicherung mit dem Anfertigen eines Screenshots eines alten Tweets. Eines Tweets, der wohlgemerkt öffentlich gepostet wurde, von einer Person, die in der Öffentlichkeit steht und sich dieses auch noch selbst ausgesucht hat. Natürlich weiß der Herr Lauer, dass das Ding da nicht mal hinkt und schon nicht mehr als „Äpfel-Birnen-Vergleich“ durch-, sondern eher in die Richtung „Äpfel-Flugzeuge-Vergleich“ geht. Aber das ist egal, wichtig ist doch nur, irgendwas zu erwidern. Im Zweifel hätte es auch ein „Ätsch, selber doof“ getan. Wäre ein vergleichbares Niveau gewesen und ehrlicher als dieser jämmerliche Versuch sich selbst zum Opfer zu erklären.

Mal abgesehen davon, dass man für den Beleg seiner 180-Grad-Drehung in Sachen LSR keine alten Tweets von ihm bräuchte. Ist ja nicht so, als hätte er nicht auch Interviews gegeben usw. usw.

Christopher Lauer ist das beste Beispiel für das größte Problem der Piraten: Der plötzliche Erfolg führte dazu, dass teilweise komplett untaugliches Personal für Wahlen aufgestellt und dann auch noch gewählt wurde. Typen, denen es offensichtlich in erster Linie – oder auch ausschließlich – nur um sich selbst geht und nicht ernsthaft um die politischen Ziele der Partei.

26 Antworten zu “Von wegen Piraten könnten keine Politik”

  1. Sorry, wenn ich Eigenwerbung mache:

    Klick

    Aber es stimmt schon: Der Mann hat eine ziemliche 180°-Wende hingelegt. Ich habe den immer gut gefunden. Dann hatte der mich irgendwann blockiert. Warum weiß ich nicht. Und dann kommt der in der Springer-Handtasche um die Ecke.

    Es ist so vieles nicht nachvollziehbar. Und in meinem Blog kommt ein “Bernd” zu einem anderen Lauer-Artikel daher und wirft mir vor, ich könne den nicht leiden und würde dann quasi grundlos kritisieren. Wer aber “Pferd” als Aussage hat, was soll man von dem halten?

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