Tschüss Google, Dropbox, iCloud usw.

Tschüss Google, Dropbox, iCloud usw.

Zwischenzeitlich wurde ich jetzt schon einige Male gefragt, wie es denn so mit Alternativen zu diversen Cloud-Diensten aussehen würde, an erster Stelle stehen dabei immer die Frage nach Mail, Datei-, Kontakt- und Kalender-Synchronisation und das am besten noch auf einem eigenen Server und abhörsicher. Um es kurz zu machen: Klar, geht so was, aber ein bisschen Aufwand ist es schon. Aber so eine Frage – wenn sie denn auch regelmäßig wiederholt wird – fordert mich natürlich ein Stück weit heraus ;) In dem Fall besteht die Herausforderung darin, etwas zusammen zu bauen, was höchstens für die Installation und die Updates ein wenig technisches Wissen braucht, aber ansonsten möglichst auch von Menschen benutzbar ist, die es sonst nicht so mit Technik haben ;) Und kosten sollte es auch nicht zu viel, klar.

Aktueller Stand der Herausforderung:

  • einen virtueller Serven von 1&1 geordert (ja, über den Link bekomme ich ggf. Provisionen, es könnte aber auch jeder andere (virtuelle) Server sein), gibt es ab 9,99 Euro im Monat mit Plesk – Plesk mag ich zwar nicht so sehr, aber es ist einfach eine relativ(!) simple Weboberfläche für Menschen, die eben nicht in irgendwelchen Config-Dateien rumbasteln wollen. Damit wäre Web- und Mailserver erledigt. WordPress und andere Apps lassen sich recht einfach über die Weboberfläche installieren, Mailaccounts anlegen usw.
  • SSL-Zertifikat: In dem Fall auch von 1&1, muss aber nicht. Damit werden dann alle Dienste gesichert (die dafür dann alle unter einer Domain laufen)
  • Webmail: Liefert Plesk zwar mit, aber Roundcube gefällt mir einfach besser, also wird das installiert
  • Chat: ejabberd als Server, die User melden sich einfach mit ihrem Mailaccount via IMAP an, keine extra Userverwaltung nötig

Das ist mal ein ganz netter Anfang, fehlt aber noch einiges und Fragen sind auch noch offen:

  • OwnCloud für die Dateiablage, Kontakt- und Kalender-Sync. OwnCloud bietet noch eine ganze Menge weiterer Apps, da muss ich mal schauen, was noch sinnvoll wäre. Auf jeden Fall erlaubt OwnCloud auch die Anmeldung via IMAP abzuwickeln, es braucht also nicht weitere Accounts für die User. Sync der Kontakte und Kalender per Card- bzw. CalDAV funktioniert mit OwnCloud auch prima.
  • Mailregeln: Mails auf dem Server sortieren statt auf dem Client ist ein Must-Have, die Regeln sollten aber für die User möglichst einfach zu definieren sein. Wie mir scheint wäre hier Sieve die richtige Lösung, da die Regeln per Xtra auch über Thunderbird definiert werden können und auch Roundcube unterstützt Sieve. Muss also nur Plesk beibringen die Mails durch Sieve zu schicken und das auch bitte immer und dauerhaft. Es gibt da ein Tutorial, welches genau das beschreibt. Und wie man Plesk beibringt bei neuen Accounts und Änderungen an Mail-Accounts die .qmail korrekt zu schreiben ist hier beschrieben, wenn auch in dem Fall für procmail – was aber egal ist, das lässt sich entsprechend überarbeiten.
  • Verschlüsselung: Die ganzen Transportwege sind per SSL gesichert, den Inhalt sollte man vielleicht auch verschlüsseln, zumindest während sie unterwegs sind, wenn nicht auf dem Server selbst. Für Jabber gibt es da diverse Clients, die das machen, für Mail gibt es PGP/GnuPG – man muss es halt nutzen.
  • Roundcube mag in Sachen Kontakten bisher nicht mit CardDAV spielen, sondern nur mit LDAP. Urx. Vielleicht in zukünftigen Versionen von Roundcube, ansonsten mal anschauen, was OwnCloud so in Sachen Webmail bietet.
  • Soziale Netzwerke sind so eine Sache, konsequent weg von den Großkonzernen würde wohl auf eine Installation von Diaspora hinaus laufen, aber wir wissen ja, dass Soziale Netze ohne User nicht viel bringen und Diaspora… naja. Wenn es nur um kleine Gruppen geht, dann wäre vielleicht noch BuddyPress eine Option. Aber zumindest mal das Reclaim Social Paket kommt noch mit auf den Server. Ist aber eher so ein extra Goodie am Ende, wenn der Rest rund läuft.
  • Ein komplettes HowTo ist das natürlich noch nicht ;) Aber ich habe ja erst angefangen, wer noch Ideen hat, mitmachen möchte oder einfach nur rummaulen will, weil es ja noch kein fertiges HowTo gibt: Benutzt einfach die Kommentare :)

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5 Antworten zu “Tschüss Google, Dropbox, iCloud usw.”

  1. Hallo Herr Dobschat.

    ich finde Ihre Initiative nicht nur interessant, sondern werde ihren Blog dazu weiter verfolgen. Ich hätte ein Interesse daran, Aufgaben, Kalender, Termine, Doks zu speichern und alles für den Zugriff mehrerer vorbereiten, so dass gfs man gemeinsam auf einen Kalender und einen persönlichen Kalender zugreifen zu können, Docs gemeinsam bearbeiten zu können. Das meine Antwort auf Ihre Frage bei mobilgeeks.

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