TrosselDie Trossel gibt es jetzt auch auf T-Shirts!

Es gibt Menschen, die haben kein eigenes Weblog, leider. F ist so einer und er hat diesen Text geschrieben und in Ermangelung eines eigenen Weblogs gibt es seinen Text hier 🙂 Die Zeichnung dazu stammt von Chris und wurde auch schon bei den MobileGeeks von mir verwendet.

Update: Es wurde nach den Bedingungen für die Verwendung der Trossel-Grafik gefragt und wir haben beschlossen, sie unter eine CC-Lizenz zu stellen, um genau zu sein die Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell 3.0 Unported Lizenz. Als Namensnennung des Urhebers bitte „killerartworx.de“ verwenden, bei einer Verwendung online natürlich als Link auf www.killerartworx.de. Noch Fragen? Stellen 🙂

Die Trossel (Vultur plaga telemagentis) ist eine Raubvogelart aus der Familie der Netzweltgeier (Vulturi plagae).

Im deutschsprachigen Raum ist sie teilweise unter dem althochdeutschen Trivialnamen „Drossel“ bekannt, obwohl sie mit der gleichnamigen Singvogelart weder verwandt noch verschwägert ist.

Beschreibung
Das Federkleid der Trossel ist zumeist hellgrau bis weiss gefärbt. Bauch und Flügelinnenseite sind auffällig magentafarben.
Beine und Krallen weisen eine blutrote Färbung auf.
Obwohl kein Singvogel, hat die Trossel einen sehr melodischen Ruf, der einem „tüdelüdüdü“ ähnelt.

Verbreitung
Die Trossel ist, wie alle Netzweltgeier, ein strikter Kulturfolger. Trotz ursprĂĽnglich weltweiter Verbreitung galt sie ab Anfang des 21 Jahrhunderts als praktisch ausgestorben.
Seit kurzer Zeit wird angestrengt darĂĽber diskutiert, die Trossel in Teilen Deutschlands gezielt wieder anzusiedeln.

Lebensraum
Eine Trossel jagt praktisch nur auf künstlich durch den Menschen geschaffenen und benutzten Wegen, die sie so von allerlei Schädlingen, aber auch von sonstigen Hindernissen freihält.

Jadgverhalten
Das Jagdverhalten der Trossel weist gegenĂĽber anderen Vertretern der Netzweltgeier einige atypische Merkmale auf.
Zunächst einmal ist die strikte Anpassung des Jagdverhaltens an den Monatszyklus des gregorianischen Kalenders auffällig, was selbst für einen Kulturfolger eine beachtenswerte Besonderheit darstellt.
Jeweils am Ersten eines Monats um Null Uhr beginnt die Trossel damit, die von ihr bejagten Wege freizuräumen. Dieses tut sie unablässig so lange, bis sie die für ihren Lebensstil angepasste Nahrungsmenge erreicht hat.
Auf Feldwegen und Trampelpfaden erstreckt sich der Zyklus oft ĂĽber den gesamten Monat. Gut ausgebaute Wege sind jedoch teilweise schon nach wenigen Tagen abgejagt.
Forschungen haben ergeben, dass durch Zufütterung der Zeitraum der Bejagung verlängert werden kann. Die Kosten stehen jedoch in keinem tragbaren Verhältnis zum Nutzen der Wegesäuberung.
Sobald die Trossel ihr jeweiliges Monatsziel erreicht hat, tritt eine auffällige Verhaltensänderung auf. So beginnt sie damit, Wege innerhalb ihres Reviers gezielt mit Steinen und anderen Hindernissen zu bewerfen und somit praktisch unbrauchbar zu machen. Ebenso attackiert sie Reisende und behindert so die uneingeschränkte Wegenutzung.
Beachtlich ist die Fähigkeit der Trosseln, zwischen unterschiedlichen Wegen zu unterscheiden. Forschungen haben ergeben, dass die Trossel direkte Wege zu angrenzenden Trosselrevieren auch nach Eintritt der Verhaltensänderung unverändert freihält und nur gezielt diejenigen aktiv blockiert, die außerhalb der Trosselreviere liegen.

Lebensweise
Trosseln sind Einzelgänger. Sie meiden strikt unberührtes Gelände und abseits gelegene Dörfer, treten aber in modernen Großstädten vermehrt auf.
Im Gebirge ist die Trossel nur selten anzutreffen, da sie bis auf seltene Ausnahmen nicht schwindelfrei ist und es zudem an ausgebauten Wegen mangelt.
Trosseln haben eine Lebenserwartung von exakt 24 Monaten. Ein einmal bejagtes Trosselrevier wird nach dem Tod der zuvor jagenden Trossel unverzĂĽglich von einer neuen Trossel ĂĽbernommen. Nach der Revier-Ăśbernahme kann sich die Zeit der aktiven Bejagung erheblich verkĂĽrzen falls nicht durch den Menschen entsprechend zugefĂĽttert wird.

Fortpflanzung
Die Fortpflanzung der Trossel ist bislang unerforscht, da diese in der Wildnis strikte Einzelgänger sind und in Gefangenschaft bislang nicht gehalten werden konnten.
Lange Zeit hielt sich die Annahme, dass die Trossel ein Hybrid aus der Kreuzung einer Kackstelze und einem Wegelagerer sei. Diese Hypothese gilt jedoch seit Ende des 20 Jahrhunderts als widerlegt, da diese beiden Vogelarten nicht existieren.

Nutzung durch den Menschen
Ab dem Mittelalter wurde die Trossel gezielt angefüttert um die oft wenig genutzten und schlecht ausgebauten Wege von Schädlingen freizuhalten.
Erst in der Neuzeit wurde als Konsequenz des fortschreitenden Wegeausbaus die monatliche Verhaltensänderung im Jagdverhalten bemerkt und führte in Folge zur fast weltweiten Ausrottung der Art.
Trotz ihres mittlerweile weltweit sehr umstrittenen Nutzens wird seit einigen Monaten vor allem in Deutschland auf Seiten der Wegebewirtschafter darĂĽber diskutiert, die Trossel landesweit gezielt neu anzusiedeln.
Ein möglicher Zusammenhang mit der Neue-Langsamkeit-Bewegung der „Bundesinitiative Lobbyismus örtlicher Dienstleister“ (B.L.ö.D.) wird in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, erscheint jedoch nicht unwahrscheinlich.
Die Pressesprecher der größten deutschen Wegebewirtschafter gaben auf Nachfrage einheitlich an: „Niemand hat (aktuell) die Absicht, eine Trossel anzusiedeln“.
Der „Interessenverband deutscher intellektueller Ornitologen und Torfstecher“ (I.d.i.O.T.) begrüßt das Bestreben der Neuansiedlung in einer Pressemeldung euphorisch:
„Nur die Trossel kann unsere Gesellschaft vor dem Verfall der Sitten retten. Eine Trossel gehört auf jeden Weg.“

Die Trossel in der Religion
Im buddhistisch geprägten Konfuzianismus gilt die Trossel als heiligstes aller Tiere, da ihr Revierverhalten als die ultimative Umsetzung der Maxime „Der Weg ist das Ziel“ angesehen wird.

Trivia

  • Der Zeitplan der Trossel ist so exakt an den gregorianischen Kalender angepasst, dass sie sogar Schalttage und die Umstellung der Sommer- und Winterzeit kennt.
  • In der Heraldik ist die Trossel das Wappentier der Raubrittern und Wegelager.
  • Das Sprichwort „Eile mit Weile“ bezieht sich im Originalkontext auf einen durch Trosselbefall unbrauchbar gemachten Feldweg.
  • Die auffällige Unterfärbung der Trossel entspricht dem RAL-Farbwert 4010.
  • Der Ruf der Trossel ist seit einigen Jahren ein beliebter Handy-Klingelton.
  • Das hier ist eine Satire.