SchlagwortUrheberrecht

Urheberrechtsabgabe auf Links?

So sieht dann also ein Leistungsschutzrecht aus, wenn eine Regierung total hohl dreht. In Spanien sollen also in Zukunft auch Urheberrechtsabgaben auf Links fällig werden.  Oder wie Obelix es sagen würde: „Die spinnen, die Spanier!“.

Weiterlesen

Opfer? Täter? Einfach mal umdrehen!

Vor einer drohenden Abmahnwelle warnt der Racheshop bei Facebook. Ein Aufschrei, es wird abgemahnt, dabei habe man doch nur einen Künstler featuren wollen! Wie unsagbar gemein, man wollte Promo machen für ihn und der böse Künstler bzw. seine Agentur mahnt einfach ab. Fies, oder? Weiterlesen

Podiumsdiskussion zum Urheberrecht

Wirklich gut besucht war die Podiumsdiskussion zum Urheberrecht gestern leider nicht. Man sollte meinen, es gäbe mehr Urheber, die den bösen Piraten mal kräftig die Meinung sagen wollen. Scheinbar nicht. Oder diese Urheber fürchten sich vor der ver.di, man weiss es nicht 😉 Oder doch Angst vor den bösen Piraten, immerhin wurden wir ja von einer Besucherin gebeten, doch bitte ihren Hund nicht zu beissen… ähm ja.

Etwas unglücklich fand ich den Einstieg von Thomas Brück, dem stellvertretenden Landesvorsitzenden der Piraten im Saarland, der für meinen Geschmack zu defensiv war. Das änderte sich während der Diskussion leider auch nicht. Man konnte den Eindruck gewinnen, dass das Programm der Piraten zum Urheberrecht die Urheber überhaupt nicht berücksichtigen würde – was meiner Meinung nach nicht der Fall ist, im Gegenteil finden sich da viele Punkte, die die Rechte der Urheber gegenüber Verwertern (nicht wertend gemeint) deutlich stärken sollen (und würden). Das Programm ist mit Sicherheit nicht der Stein der Weisen in der Frage, da gibt es noch viele Ecken an denen man verbessern und ändern kann und sollte (ich persönlich denke da an ein paar Schutzfristen), aber der Dialog mit Urhebern läuft doch auch schon. Kurz: Der Programmteil zum Urheberrecht ist jetzt schon gut (zumindest für Urheber und Konsumenten, die Verwerter kommen da – aus ihrer Sicht leider – nicht so gut weg) und wird mit Sicherheit immer besser werden. Kein Grund also immer wieder zu betonen, dass ja noch daran gearbeitet würde und sicher auch noch vieles geändert würde. Besser wäre es – denke zumindest ich – gewesen, das etwas offensiver anzugehen: „Wir wollen das Urheberrecht reformieren und verändern, wir haben dazu einen umfangreichen Vorschlag vorgelegt und wir halten den für gut, sonst hätten wir ihn nicht beschlossen. Wir hören gerne zu, wenn jemand Ideen hat, wie er noch besser werden kann, aber wir müssen uns nicht nachsagen lassen, wir würden die Urheber enteignen und vierteilen wollen.“ Oder so ähnlich…

Zwei Aussagen von Urheberseite – ein Zwischenruf aus dem Publikum, eine Aussage von Wolfgang Schimmel (auf dem Podium) – hatten es mir gestern aber besonders angetan.

Der Urheber muss von seinen Werken leben können!

Ähm, kurz: Nein! Ich frage mich tatsächlich woher dieser unsinnige Anspruch kommt, man müsse von seinen Werken leben können, nur weil man sie schafft. Die einzigen Urheber, für die das gilt sind abhängig Beschäftigte. Die müssen dann aber auch nicht direkt von ihren geschaffenen Werken leben können, sondern von dem Geld, dass ihnen ihr Arbeitgeber für ihre Lebenszeit zahlt, die sie ihrem Chef „verkaufen“. Übrigens gilt das meiner Meinung nach für alle Beschäftigten, es kann doch nicht sein, dass jemand Vollzeit arbeitet und zusätzlich noch Sozialleistungen beziehen muss, um überhaupt leben zu können (anderes Thema: Mindestlohn).

Aber freiberufliche Urheber, Künstler und Autoren haben nun mal keinerlei Anspruch darauf, von ihren Werken leben zu können. Wie kommt man auf so eine Idee? Erstmal sind sie doch auch Freiberufler, Selbständige wie andere auch, die eine Dienstleistung oder ein Produkt anbieten und dafür Kunden finden müssen. Und für alle Selbstständigen gilt: Sie müssen die Chance haben, von ihrer Arbeit leben zu können. Sie müssen die Möglichkeit haben Kunden zu finden und für ihre Werke und Dienstleistungen Geld zu erhalten. Nicht mehr und nicht weniger. Übrigens ein Punkt, in dem ich mir mit Wolfgang Schimmel einig war, hätte das auch gerne noch mit der zwischenrufenden Urheberin diskutiert, aber man kann ja nicht alles haben.

Es wäre ja auch zu schön, wenn es diesen Anspruch gäbe. Hey, wir haben ein Buch geschrieben, wir müssen jetzt davon leben können! Ist doch idiotisch. Schon bevor wir angefangen hatten mit dem Buch war uns klar, dass wir glücklich sein dürfen, wenn am Ende genug Geld rein kommt, um unsere Unkosten zu decken (quer durch das Land zu fahren, Hotels usw. – hat alles eine ganze Menge Geld gekostet). Wenn es uns ums Geld gegangen wäre, dann hätten wir das mit dem Buch dankend abgelehnt.

Wir müssen die analoge Welt in der digitalen abbilden!

Ebenfalls kurz: Nein! Warum denn auch? Die digitale Welt bietet so viele Möglichkeiten, warum sollten wir sie künstlich beschränken? Nur weil in der analogen Welt manche Sachen nicht möglich sind, die in der digitalen möglich sind? Wir wären doch reichlich bescheuert, wenn wir das machen würden! Natürlich gibt es immer Menschen, die Angst vor dem Fortschritt haben, aber ganz ehrlich: Wir sind doch alle froh, dass sich die Forderung nicht durchgesetzt hatte, dass Autos und Züge nicht schneller sein dürften als Pferdekutschen. Oder Flugzeuge verboten wären, weil der Mensch ja schließlich Flügel hätte, wenn er fliegen sollte. Und ja, man kann ein gedrucktes Buch nicht mehr selbst lesen, wenn man es verleiht – aber mit einem eBook ist das (wenn es nicht mit DRM entwertet wurde) eben möglich. Ist das wirklich eine Katastrophe? Meiner Meinung nach nicht, aber mich fragt ja auch keiner 😉

Sorry, wenn „es ist ja in der analogen Welt auch so“ der einzige Grund für eine künstliche Einschränkung der Möglichkeiten der Digitalisierung sein soll, dann ist das doch nicht besser als einen Gesetz mit „wir haben im Koalitionsvertrag beschlossen ein solches Gesetz zu machen“ zu begründen. Natürlich kann ich verstehen, dass diese ganzen Möglichkeiten Daten beliebig zu kopieren und zu verteilen vielen Urhebern Angst macht, aber es muss doch intelligentere Wege geben damit umzugehen, als zu versuchen diese Möglichkeiten technisch und rechtlich einzuschränken oder gleich unmöglich zu machen.

 

Übrigens schreibe ich absichtlich „die Piraten“ und nicht „wir“, weil ich zwar (wieder) Pirat bin, mir aber nicht anmaße für die Partei oder auch nur mehr Piraten als einen einzigen (nämlich meine Wenigkeit) zu sprechen. Ich habe auch kein Amt oder Mandat in oder für die Partei, wenn also jemand der Überzeugung ist, dass ich da oben himmelschreienden Quatsch geschrieben hätte, dann bitte auch sagen: „Der Dobschat schreibt himmelschreienden Quatsch“ und nicht „Die Piraten schreiben himmelschreienden Quatsch“. Danke. Und bevor da jemand eine Verschwörungstheorie draus strickt (es gibt ja Menschen mit sehr viel Phantasie): Ja, meine Frau Andrea arbeitet seit einigen Tagen als wissenschaftliche Referentin für die Fraktion der Piraten im saarländischen Landtag. 

Leistungsschutzrecht

Wie die Verleger glauben können, dass es ihnen nützen wird und nicht schaden, Hinweise auf ihre Artikel zu erschweren, ist eines der zentralen Rätsel dieser ganzen Angelegenheit und Ausweis des Irrsinns, in den sich die Branche in ihrem Überlebenskampf geflüchtet hat.

Da hat er recht, der Stefan Niggemeier.

Sven Regener

Jaja, den Ausbruch von Sven Regener kennt inzwischen jeder. Ich kann seine Frust prima nachvollziehen, ein konstruktiver Beitrag sieht aber anders aus. Aber paar der meiner Meinung nach wirklich guten Erwiderungen habe ich hier mal gesammelt – geht schneller, als selbst was tippen (und ich habe in den letzten Tagen schon viel zu viel zu dem Thema getippt und dabei festgestellt, dass es auf beiden Seiten viel zu viele Sturköpfe gibt, die nicht willens oder in der Lage sind, mal ein kleines bisschen über ihren Tellerrand zu schauen)…

Zitat des Tages zu „Kauderstrike“/„Kaudergate“

Endlich ist klar, warum der Siegfried Kauder natürlich keine Urheberrechtsverletzung begangen hat, als er Fotos ohne Genehmigung für seine Homepage verwendet hat bzw. verwenden liess. Der „Landpirat“ macht in den Kommentaren bei piratig.de auf den bislang in der Diskussion überhaupt nicht berücksichtigten Zusammenhang aufmerksam:

Hinter den unrechtmäßig verwendeten Bildern stehen doch nur einzelne Fotografen, keine Medienkonzerne, also ist es auch keine echte Urheberrechtsverletzung. Das hättet Ihr doch wissen müssen.

Wenn es nicht so traurig wäre, dann könnte man echt drüber lachen… Übrigens möchte ich daran erinnern, dass die Idee eines entsprechenden „3-Strikes-Modells“ für Bundestagsabgeordnete nicht neu ist und meiner Meinung nach immer dringender einer Umsetzung bedarf: Ein Abgeordneter fliegt raus, der im Bundestag für drei später vom Bundesverfassungsgericht einkassierte Gesetze gestimmt hat. Wäre diese Regelung nur schon lange genug in Kraft, dann müssten wir uns wahrscheinlich gar nicht mehr über die Kauder-Brüder ärgern. Die Welt wäre sicher ein besserer Ort, wenn sich die Abgeordneten VOR der Abstimmung über ein Gesetz mal ernsthaft Gedanken darüber machen würden…

Piraten: Dieter Bohlen ist der beste Musiker Deutschlands

Piratige Kulturförderung?

Piratige Kulturförderung?

Okay, vielleicht nicht der beste Musiker, aber zumindest einer der Besten. Und es sagen ja auch nicht alle Piraten und so ganz direkt will es wahrscheinlich auch keiner sagen, aber wenn man die Argumentation einiger Piraten in den Kommentaren bei Mela logisch weiter denkt, dann stellt man fest, dass Dieter Bohlen wohl der beste Musiker/Songschreiber/Produzent Deutschlands sein muss…

Das Ziel, um das es diesen Piraten geht: 10 Jahre nach Erstveröffentlichung sollen die exklusiven Verwertungsrechte für die Urheber weg fallen, es soll also z.B. 10 Jahre nach einer Erstveröffentlichung jeder ein Buch nehmen können und es selbst nachdrucken und verschenken oder auch verkaufen dürfen und der Autor bekommt dafür nichts. Weiterlesen

Poser

Okay, wenn Herr Müller damit durchkommt, dann dürften einige Rockmusiker demnächst ins Armenhaus geklagt werden: Herr Müller hat ein Foto von Helmut Kohl gemacht und jetzt möchte er die Pose, die der Herr Kohl auf diesem Foto einnimmt geschützt wissen. Es ist also nicht so, dass jemand sein Foto einfach so verwendet hat, nein, es hat einfach jemand ein anderes Foto von Helmut Kohl gemacht, in eben dieser Pose.

Wenn nun also demnächst Posen urheberrechtlich geschützt werden, dann haben verdammt viele Rockmusiker in Zukunft ein verdammt übles Problem mit ihrer Bühnenshow…

Links vom 9. Mai 2010 bis 15. Mai 2010

Zwischen 9. Mai 2010 und 15. Mai 2010 bei delicious gespeicherte Links:

Links vom 26. Dezember 2009 bis 31. Dezember 2009

Zwischen 26. Dezember 2009 und 31. Dezember 2009 bei delicious gespeicherte Links:

Links am 9. Dezember 2009

Am 9. Dezember 2009 bei delicious gespeicherte Links:

Links am 1. Dezember 2009

Am 1. Dezember 2009 bei delicious gespeicherte Links:

© 2017 Dobschat

Theme von Anders Norén↑ ↑