Facebook-Gruppen sind auch nur Foren

Es gibt Typen… Da kackt einer in einer Gruppe Leute an, die den Fehler gemacht haben keine Anwälte zu sein und daher bei ihrer Frage die falsche Bezeichnung eines Schreibens verwenden, dass der Absender verwendet hat. Wie gesagt, die wissen es nicht besser, ist nicht ihr Thema und die haben offenbar zum ersten Mal mit so einer Situation zu tun. Dummerweise habe ich dann dem „alten Hasen“ geschrieben, dass er da gerade auf die Falschen einhauen würde, gerade eben weil sie ja keine Anwälte seien. Ganz sachlich, ohne Beleidigung. Einfach nur meine Meinung. Daraus entspinnt sich dann eine längere Diskussion, in deren Verlauf sich jener „alte Hase“ als vollkommen merkbefreit zeigt, wie wild Leute beleidigt, selbst jene, die versuchen ihn zu verteidigen (er habe ja so Stress, er habe schon so viel für die Gruppe getan, da dürfe man ihn nicht kritisieren wenn er mal ausflippt usw.)… Ich bin dann ausgestiegen, weil ich mit Argumenten nicht weiter gekommen bin und mir meine Zeit echt zu schade ist, mich in einer Tour durch beleidigen zu lassen und mir wildeste Unterstellungen nachwerfen zu lassen.

Damit war die Diskussion aber lange nicht vorbei, andere waren noch lustig dabei. Und jetzt zog der „alte Hase“ einen Schlussstrich und löschte seine Kommentare und will damit beweisen, dass er ja gar nicht angefangen habe. Schließlich könne ja jetzt jeder sehen, dass die anderen angefangen hätten, weil er ja seine Kommentare gelöscht habe und wenn er angefangen hätte, dann müssten die ja noch da stehen… oder so. So ganz konnte ich der seltsamen Logik wirklich nicht folgen, ich mag da aber auch nicht mehr Zeit investieren. Reicht schon, dass ich vor lauter Kopfschütteln Ohrenschmerzen, einen Handabdruck im Gesicht vom Facepalmen und eine tiefe Beule in der Schreibtischplatte wegen des ganzen Kopf-auf-den-Tisch-fallen-lassens habe – noch mehr Kopfschmerzen deswegen müssen echt nicht sein.

Halten wir fest: Facebook-Gruppen sind auch nur Foren, von mir aus Version 2.0 – aber inklusive aller bekannten Begleiterscheinungen. Wobei das wirklich traurige in dem Fall ja ist, dass es um eine recht wichtige Sache geht und in der Gruppe an sich genug Sachverstand vorhanden wäre, um Betroffenen wirklich zu helfen, aber so ist das eben in Foren: Einige wenige Trolle können alles kaputt machen (manchmal reicht auch ein einziger).

J.B.O. Killer Tour

Netz in Österreich

J.B.O. Killer Tour

Am Samstag startet nun also die Killer Tour und Andrea und ich sind dabei. Nur in Österreich bin ich der Band alleine ausgeliefert 😉 Was Österreich betrifft stellt sich mir auch noch die Frage: Wie gehe ich online? Zwar gibt es inzwischen wohl in fast allen Hotels und bei allen Venues W-LAN, aber so richtig mobiles Netz wäre mir natürlich noch lieber, immerhin sollen ja auch ein paar Fotos von den Konzerten und auch Backstage online gehen. Und eMails würde ich zwischendurch auch ganz gerne lesen.
Daher mal die Frage: Jemand Erfahrung mit Prepaid-Karten in Österreich? Kennt jemand empfehlenswerte und günstige Lösung für die eine Woche in Österreich außer dem Roaming-Angebot der Telekom mit den Pässen?

Das meinen die nicht ernst?

Leider war mein erster Gedanke vollkommen falsch. Zuerst hielt ich dieses „X-Pire“ für einen blöden Witz. Einen richtig blöden Witz. Bisher dachte ich nämlich, dass man als Professor für Informatik nicht ganz bekloppt sein kann. Leider vergass ich dabei, dass Professoren vielleicht nicht bekloppt, aber – wie auch Politiker – komplett weltfremd sein können. Kann man solche weltfremden Spinner nicht irgendwie günstiger und ohne großes Aufhebens in irgendwelchen dunklen Uni-Kellern beschäftigen? Muss man die echt draussen rumlaufen, Firmen gründen und Interviews geben lassen?

Die kommen tatsächlich mit einer Software daher, die Bilder verschlüsselt und die Entschlüsselung nur nach Check gegen einen zentralen Server und Eingabe eines Captchas ermöglicht – und das natürlich nur mit einem Browser-PlugIn (das es bisher auch nur für Firefox gibt) und kostenpflichtig. Natürlich jubelt unsere Verbraucherverarschungsministerin Aigner schon was von wegen „Höchster Datenschutz made in Germany“. Also wenn das zum Besten gehört, was aus Deutschland in Sachen Datenschutz kommt, dann sollten wir in Zukunft allesamt lieber mal ganz intensiv die Fresse halten, statt uns über Google, Apple und Facebook zu beschweren. Eine Bildverschlüsselung für’s Netz, die sich mit einem einfachen Screenshot umgehen lässt? Mit zentralem Schlüsselserver? Kostenpflichtig? Und dafür wurden wahrscheinlich auch noch Steuergelder ausgegeben?

Wenn die ganze Welt nun über Deutschland und Frau Aigner lacht, dann gibt es dazu nur eins zu sagen: „Womit? Mit Recht!“. Ich versuche derweil mal die Handabrücke aus meinem Gesicht zu kneten…

Noch zwei Links zum Thema:

Fool me once, shame on you, fool me twice, shame on me!

Das Zensursula-Gesetz ist seit gestern in trockenen Tüchern. Dobschat spricht mir mit dem Lied von Marc-Uwe Kling ja aus der Seele. Dennoch kommt dabei auch das Gefühl auf, dass „wir“ Gegner des Zensursula-Gesetzes, „wir“ die Generation-C64, uns auch über unsere eigene Dummheit ärgern sollten.

Die SPD hat – mal wieder – gar nicht erst ernsthaft versucht etwas zu Verhindern, sondern hat den Protest als Verhandlungsmasse instrumentalisiert. Seit dem Parteitag vom Wochenende war offensichtlich, dass das einzige Ziel die Imagepflege war. Ernsthaft war man an den sachlichen Argumenten der Gegner und einer Verhinderung des Gesetzes nie interessiert. Wollte man sich damit nicht beschäftigen:

„Die Antragskommission hat vorgeschlagen, den Antrag für erledigt zu erklären, da die Diskussion medial unerwünscht ist”.

Mit dieser knappen Meldung war der Parteitagsantrag der SPD-Kritiker des Zensursula-Gesetzes vom Tisch. Einen Tag später, war dann der Beschluss des Parteivorstandes die Verhandlungsmasse für den jetzigen „Kompromiss“. Wie Fefe ganz richtig feststellt:

Die SPD hat gerade getan, was sie immer tut, […]

Gerade WEIL die SPD getan hat, was sie immer tut, gerade deshalb muss man fragen: Kann man das wirklich – immer noch – der SPD vorwerfen? Es gibt nun mal mindestens zwei Beteiligte bei einem Verrat. Den Verräter und denjenigen, der Verraten wird, oder besser : sich verraten lässt!

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