Schlagwortfamilie

Heimat Schlesien

Diese Karte von Schlesien hing immer, zumindest so lange ich denken kann, bei meiner Großtante in der Wohnung und zuletzt in ihrem Zimmer im Pflegeheim. Auch wenn sie immer im Moment gelebt hat und es ihr nie schwer gefallen ist, mit alten Dingen abzuschließen, gehörte die Erinnerung an ihre alte Heimat immer zu ihrem Leben. Dazu gehörten positive, aber leider sehr viel mehr negative Erinnerungen. Für mich gehören zu dieser Karte auch sehr viele Erinnerungen, weswegen sie in Zukunft in meinem Büro hängen wird.

Weiterlesen

Brigitte Falk

Tatsächlich fehlen mir an dieser Stelle etwas die Worte – die meisten, die hier lesen, kannten meine Großtante natürlich nicht. Gestern Abend ist sie gestorben und angesichts der heftigen Schmerzen, die sie in den letzten Wochen hatte, überwiegt die Erleichterung, dass sie friedlich und schmerzfrei einschlafen konnte und auch in dem Moment nicht alleine war. Es war nicht schön, in den letzten Wochen zu sehen, wie sie immer weniger sie selbst war – da war nicht viel mit Weihnachtsstimmung und mehr Stimmung kommt gerade auch nicht auf.

Nächste Woche ist die Trauerfeier in Nürnberg, auf der Karte wird stehen, dass wir uns statt Blumen eine Spende für das Caritas Senioren- und Pflegezentrum St. Willibald in Nürnberg wünschen. Dort hat sie ihre letzten Wochen verbracht und dank der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort (und natürlich meiner Mutter), konnte sie sich dort so zuhause fühlen, wie es in einem Pflegeheim auch nur möglich ist.

 

Man hat ja sonst nix zu tun: Abo-Betrug

Wo kommt denn jetzt die Hörzu her?“ Meine Mutter war nicht schlecht überrascht, dass da eine Hörzu für meinen kleinen Bruder kam. Jetzt ist es ja nicht so, dass man einem 16jährigen nicht zutrauen würde, ein Zeitschriften-Abo abzuschließen, aber dann doch nicht die Hörzu. Vielleicht Comics, den Playboy oder den Focus, das wäre im Bereich des Möglichen, aber Hörzu? Ja, genau diese Fernsehzeitschrift, die schon zu Zeiten unserer Omas und Opas altmodisch war 😉 Echt nicht. Also mal anrufen und nachfragen bei der „PVZ Pressevertriebszentrale GmbH & Co. KG“ – die müssen ja wissen, warum sie meinem kleinen Bruder ohne jeden Auftrag einfach so das tote Holz schicken. Weiterlesen

Manchmal fällt es mir echt schwer

Man zählt mich normalerweise wirklich zu der hilfsbereiten Sorte Mensch, wirklich. Aber wenn man mich morgens, nach knapp vier Stunden Schlaf aus dem Bett klingelt und dann anfängt mit „Das läuft nicht, ich habe jetzt 28 verschiedene How-Tos probiert…“ (aber leider jedes einzelne nur teilweise) oder „Ich finde das Scanprogramm zu Drucker A nicht mehr“ (vor einem Jahr wurde Multifunktionsdrucker von Hersteller A durch ein Modell von Hersteller B ausgetauscht), dann fällt es mir dann doch ein klein wenig schwer nicht laut zu werden. Vielleicht bin ich dann auch einfach zu müde, als dass ich noch laut werden könnte. Weiterlesen

Weihnachten und so

Leo Skull - Mützen-EditionSo, es ist jetzt fast Weihnachten, in Sachen Karten hängen wir – wie jedes Jahr – ein Stück hinterher. Kein Wunder, wenn man die zwei Wochen vor Weihnachten fast nur irgendwo bloß nicht daheim ist 😉 Ein wenig spielt dann vielleicht noch unsere persönliche Abneigung gegen Weihnachten eine Rolle. Geht doch nur noch um Konsum. Wenn ich so darüber nachdenke… wirklich positiv an Weihnachten sind nur die paar Feiertage und die Weihnachtschocolade von Lindt. Auf den Rest könnte ich gut verzichten (und komm mir jetzt keiner mit „Familie besuchen, gemeinsam feiern“ und so – Weihnachten ist doch oft genug die Zeit, in der es dann so richtig kracht). Nö, wir genießen dann mal ein paar ruhige Tage daheim, ohne Stress und gemütlich. Und auch die Zeit nutzen ein bisschen was aufzuarbeiten, was liegen bleiben musste.

Aber hey, wie auch immer Ihr Weihnachten feiern wollt: tut es ganz genau so und nicht anders, habt Spaß dabei, lasst Euch großzügig beschenken und nicht ärgern. Auch nicht von Weihnachtsmuffeln wie mir 🙂 Irgendwann die nächsten Tage werde ich wohl noch den einen der anderen Jahresrückblick hier, für venue music und bei Leo Skull verfassen. Ist ja doch wieder mal einiges passiert in diesem Jahr, ziemlich viel Mist, aber auch einige positive Sachen, die durchaus mal für irgendwo festgehalten werden sollten. Aber ich stresse mich nicht für ’nen Rückblick auf ein stressiges Jahr, echt nicht 😉

Das ist doch fies!

Andreas Patenkind wird heute eingeschult und was bekommt so ein Kurzer zur Einschulung? Eine Schultüte. Aber irgendwie ist es doch fies, die Schultüte mit Spielzeug zu füllen – schließlich wird er ab morgen deutlich weniger Zeit für’s Spielen haben. Mein Vorschlag wurde abgelehnt, die Tüte einfach mit Bratwurstgehäck zu füllen und noch ’nen Meter Darm dazu zu legen – dabei wäre das eine echte Herausforderung gewesen: DIY-Bratwurst 😉 Ja, der Kurze ist begeisterter Bratwurst-Esser, wahrscheinlich ist er die Reinkarnation des  Bratwurst-Stromer.

Noch eine Petition

Durch Zufall mal wieder über eine Petition gestolpert, die man mitzeichnen sollte – ist zumindest meine Meinung. Konkret geht es um die Kostenerstattung von Sehhilfen und Arzneimittel bei chronischen Augenkrankheiten durch die Krankenkassen. Klar, der „Durchschnittskurzsichtige“ hat keine Probleme mit einer Brille von einer der Ketten, die keine oder nur wenig Zuzahlung kostet. Es gibt aber eben auch Menschen, die extrem kurzsichtig sind und mit normalen Gläsern gar nicht mehr klar kommen. Meiner Mutter geht es so. Bei ihrer starken Kurzsichtigkeit* geht gar nichts, was Standard ist: Standardgläser gehen gar nicht, die wären schlicht und ergreifend zu schwer für eine Brille, normale Kunststoffgläser wären zu dick, da bleiben nur Spezialteile, die mal eben schnell 800 bis 1.000 Euro kosten können und schon wegen der extremen Stärke auch nicht in jedes Gestell passen, das dann auch wieder extra kostet. So kostet dann eine neue Brille schnell  mal 1.400 und mehr Euro. Für die meisten Menschen eine ganze Menge Geld und für Menschen mit geringem Einkommen sowieso. Und wie gut ein Mensch mit so extremer Kurzsichtigkeit ohne eine Sehhilfe im Alltag klar kommt kann sich wahrscheinlich jeder Kurzsichtige gut selbst ausmalen. Viel Zeit ist leider nicht mehr für die Petition, aber warum sollte das von einer Mitzeichnung abhalten?

* Von einer starken Kurzsichtigkeit spricht man laut Wikipedia ab -6 Dioptrien, für Werte die um -12 Dioptrien liegen gibt es keine eigene Bezeichnung…

Bücher digitalisieren

Mein Stiefvater hatte in den 50er Jahren mindestens sechs Bücher geschrieben. Vor allem Romane mit einigen autobiographischen Elementen und ein Buch mit diversen Sprüchen und Lebensweisheiten. Die Bücher sind von Hand geschrieben, ich habe es leider versäumt mal eine Seite zu scannen, es glaubt sonst keiner, wie die Handschrift aussieht. Die Bücher sind zwischen 400 und 600 Seiten stark und von ihm selbst gebunden, teilweise auch mit Zeichnungen illustriert. Man kann sich über den Inhalt sicher streiten, ist wahrscheinlich nicht Massengeschmack, aber alleine schon in der Familie gibt es einige, die die Bücher gerne lesen würden. Und zuletzt sagte er ja auch, die Bücher sollten veröffentlicht werden.

Naheliegend wäre da natürlich, die Bücher zu scannen, eine Texterkennung drüber zu jagen und dann als PDF mit Original-Layout  zu verteilen. Sowohl für die Familie als auch den Rest der Welt. Natürlich kann man so was selbst machen, das kostet aber verdammt viel Zeit und ich bin mir nicht sicher, ob und wie lange die Bindung (die Bücher sind rund 50 Jahre alt) das mitmachen würde (und die Seiten liegen dann ja auch nicht wirklich gut auf dem Scanner auf). Museen und größere Archive haben da ja entsprechende Möglichkeiten – gibt es nicht auch Dienstleister, die so was machen und nicht gleich ein kleines bis mittleres Vermögen dafür verlangen? Ist klar, dass so was nicht für lau zu haben ist, aber es muss ja auch nicht gleich den Gegenwert eines Hauses kosten (ja, Immobilienpreise sinken, aber nicht schnell genug.? Also in einer Form bei der die Originale nicht zerfleddert zurück kommen…

Bitte um Hinweise…

Du wirst immer bei uns sein

Karl Friedrich SchnitzerIch sitze gerade im Zug von Nürnberg nach Saarbrücken, mal für zwei Tage nach Hause zu Frau und Kind und Schreibtisch. Gestern war die Beerdigung, aber trotzdem ist die Tatsache, dass er jetzt nicht mehr lebt immer noch nicht so richtig angekommen. Er war schließlich immer da, seit ich mich erinnern kann und es hieß in den letzten Wochen und Monaten mehr als einmal, dass es nun soweit wäre und er gehen würde – aber jedes Mal war es dann doch eine Fehleinschätzung der Ärzte… und dann ganz plötzlich…

Du wirst immer bei uns sein“ – den Spruch hatte sich René für die Schleife an unserem Kranz ausgesucht und ich habe zwar keine Gene abbekommen, aber mir auf jeden Fall einiges bei ihm als Vorbild abgeschaut und angewöhnt. Wahrscheinlich auch ein paar seiner weniger angenehmen Eigenschaften.

Aber so richtig real ist das alles immer noch nicht, trotz Beerdiung und Trauerfeier, das wird einfach noch etwas dauern…

Fernbedienung

Mal mehr als 1-2 Stunden am Stück zu schlafen wäre mal wieder was feines. Geht mir nicht alleine so, was aber auch nicht wirklich weiter hilft. Um 13:30 Uhr ist die Beerdigung auf dem Wöhrder Friedhof in Nürnberg. Es ist immer noch schwer zu glauben, dass er jetzt nicht mehr lebt. So oft in den letzten Wochen sah es danach aus, als hätte er seine letzten Stunden vor sich und dann hat er doch noch irgendwoher Reserven gezogen und weiter gekämpft. Und dann ging es plötzlich ganz schnell…

Da gab es doch diesen Film mit einer Fernbedienung für das eigene Leben – das wäre jetzt enorm praktisch: einfach auf morgen früh springen…

Schlechte und ganz schlechte Zeitpunkte

Es gibt keinen guten Zeitpunkt, um zu erfahren, dass man sich in einem Menschen getäuscht hat, aber es gibt schlechte und ganz schlechte Zeitpunkte. Als hätten wir nicht schon genug um die Ohren… 🙁

Karl Schnitzer * 30.08.1923 † 25.02.2009

Heute Abend ist mein Stiefvater gestorben. Er hat es sich nicht leicht gemacht zu gehen, aber es war ein Kampf, den er nicht gewinnen konnte…

In den nächsten Tagen werde ich wohl noch das ein oder andere, was mir in den letzten Wochen und im Moment durch den Kopf gegangen ist aufschreiben.

Weiterlesen

© 2017 Dobschat

Theme von Anders Norén↑ ↑