Schwitzen gegen #Prism

Schwitzen gegen #Prism

2013-07-28 11.09.40Also immerhin ein Unentschieden haben die Organisatoren der #StopWatchingUs-Demo gestern in Saarbrücken gegen das Freibad erreicht. Etwa 300 Menschen sollen es gewesen sein, vielleicht auch ein paar mehr.

Eigentlich ein Erfolg, wäre da nicht das nervige Mimimi einiger FDPler. Offenbar erst während der Demo kam ein Bundestagsabgeordneter der FDP an und wollte auch noch Redezeit haben – aber nicht auf das offene Mikrofon warten. Nun war es an sich so, dass ursprünglich nur für Politiker von Parteien, die mit zur Demo aufgerufen hatten Redezeit vorgesehen war. Bei dem FDP-Menschen drängte sich dann irgendwie der Eindruck auf, dass er sich erst dazu entschlossen hatte zu reden als er gesehen hatte, dass doch ein paar Menschen statt ins Freibad zur Demo gegangen sind. Meiner Meinung nach hätte man ihm keine Redezeit mehr einräumen müssen und sollen. Und schon gar nicht vor allen anderen Politikern, aber gut, konnte man machen, haben die Organisatoren so entschieden. Meiner Meinung nach hätte man ihn auch nicht direkt von Anfang an ausbuhen müssen (was übrigens nur eine kleine Minderheit direkt von Anfang an getan hat und nicht „die Piraten“), man hätte ruhig darauf warten können, dass er Mist erzählt – hat ja auch nicht lange gedauert. „Löschen statt sperren“ soll also eine Erfindung der FDP gewesen sein, ja nee, ist klar. Und überhaupt sei die FDP ja wohl die einzige Partei (im Bundestag oder meinte er echt so insgesamt?), die noch für Bürgerrechte einsteht… bitte? Der hat wirklich so getan, als wäre die FDP die einzige Opposition gegen ausufernde Überwachung und für Bürgerrechte. Also wenn jemand eine Bestätigung für den Eindruck gebraucht hat, dass man es bei der FDP mit opportunistischen Fähnchen-nach-dem-Wind-Drehern zu tun hat – hier wurde sie geliefert (meine Hochachtung gilt immer noch den letzten paar wirklichen Liberalen bei der FDP, aber auch meine Verwunderung, dass die es in so einem Haufen aushalten). Und jetzt natürlich dieses Mimimi, von wegen hier wäre Meinungs- und Redefreiheit unterdrückt worden. Ja was denn? Er durfte doch reden, okay, zeitweise konnte man ihn nicht verstehen, aber hey, so was kommt vor, wenn man den Menschen statt Meinungen fette Lügen auftischt.

Übrigens noch ganz amüsant war dann nach der Demo der „Kommunist“ zu Besuch am Infostand der Piraten Saarbrücken, der uns erst mal erklärte, dass wir doch wohl nicht dem ganzen amerikanischen Volk  Kollektivschuld an der NSA-Überwachung geben könnten (Anlass war eine US-Flagge auf einer gebastelten „NSA-Spy-Cam“), wobei er sich im weiteren Verlauf über „Demokratie ist eh scheisse, Grenzen müssen weg, Revolution und gewaltsamer Umsturz“ in einen kleinen Widerspruch verstrickte: Im Falle des Dritten Reichs bejahte er nämlich eine Kollektivschuld der Deutschen ausdrücklich (von wegen kein Toter auf deutscher Seite wäre ein Opfer gewesen, schließlich hätten ja alle Hitler gewählt). Amüsant, aber wenn der mal erwachsen wird, dann fällt ihm vielleicht auf, dass ein Bart und drei oder vier Marx-Zitate ein bisschen wenig „politische Überzeugung“ sind ;)

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