Schweinegrippe – Panikmache und Kettenmails

Wir denken tatsächlich ernsthaft darüber nach, ob wir uns nicht doch impfen lassen sollten. Große Menschenansammlungen können wir nicht wirklich vermeiden und nachdem es inzwischen doch schon ein paar Menschen erwischt hat, die wir kennen, sinkt die Impfunwilligkeit doch ein wenig. Ist ja nicht so, als gäbe es nicht genügend Gründe, sich nicht impfen zu lassen – dazu braucht man auch gar keine seltsamen Verschwörungstheorien, von denen es derzeit reichlich gibt. Man könnte mal untersuchen, ob es da einen Zusammenhang gibt zwischen der Anzahl der BILD-Schlagzeilen und der Anzahl an Kettenmail-Varianten zu einem Thema. Würde mich nicht wundern, wenn es da einen gäbe…

Da gibt es diese Kettenmail einer „Juliane Sacher„, die hier heute morgen gleich mehrfach aufgeschlagen ist. Darin behauptet jene Frau Sacher – laut Homepage ist sie Fachärztin für Allgemeinmedizin – ganz wilde Dinge über ein Adjuvans namens Squalen, das in den Impfstoffen enthalten sein soll und das für die Golfkriegskrankheit verantwortlich sein soll. Laut Esowatch sind ihre Behauptungen aber vollständig widerlegt.

Wie auch immer, ich bin kein Arzt, keine Ahnung, ob da vielleicht doch irgendwas dran sein könnte und ich habe weder die Zeit noch en Nerv mich damit lange auseinanderzusetzen. Aber es gibt ein eindeutiges Signal, warum man bei dieser Mail skeptisch sein muss:

Geben Sie dieses Email bitte an möglichst viele ihrer Bekannten weiter.

Wichtige Regel: Sobald dieser Satz in einer eMail auftaucht, ist diese mit äußerster Vorsicht zu geniessen und einfach nicht weiterzuleiten. Ja wirklich, nicht weiterleiten, einfach löschen. Ich will solchen Verschwörungstheorien ja nicht ihren durchaus vorhandenen Unterhaltungswert absprechen, aber nicht jeder teilt diese Art des Humors. Mindestens mal eine kurze Suche beim Hoax-Info-Service der TU-Berlin sollte man in so einem Fall starten. Auch wenn dort die „Golfkriegssyndrom durch Impfung“-Sache noch nicht steht, dafür aber andere putzige Sachen, wie die angeblichen Nano-Chips im Schweinegrippenimfpstoff… ;)

Und wir wissen immer noch nicht, ob wir uns nun impfen lassen oder nicht…

6 Antworten zu “Schweinegrippe – Panikmache und Kettenmails”

  1. Naja ich persönlich denke mir halt die „normale“ Grippe ist auch nicht zu unterschätzen … Da sterben auch jede Menge Menschen im Jahr daran. Nur wird darüber halt im Vergleich zur Schweinegrippe wenig darüber berichtet. Ähnlich wie die Vogelgrippe damals (BTW: Wo ist die überhaupt? Davongeflogen). Nein im Ernst: Ich warte einfach mal ab, hatte bisher noch nie ne Grippeimpfung und ob ich die echte Grippe schonmal hatte weiß ich auch nicht. Kann mir auch nicht vorstellen das eine Impfung 100% Schutz bietet… Verändern sich solche Viren nicht auch irgendwie……

  2. Endlich mal jemand, der vernünftig darüber schreibt ! Danke !

    Ich hab auch heute diese „Golfkrieg-Squalen“-eMail erhalten, und mein erster Gedanke: joa, ein Hoax. Schlechte Rechtschreibung, und genau wie Du auch schreibst: „leiten Sie dies weiter“… usf., alles völlig unseriös.

    Ich kann diese Anti-Impf-Panikmache nicht mehr hören.
    Vor allem die Begründung, die saisonale Grippe ist ja auch nicht besser. Ist denn die Cholera weniger schlimm, weil die Pest auch furchtbar ist ??? Was soll das für ein Vergleich sein.

    Ein Feuerwehrmensch (der für solche Themen dort zuständig ist) hat mir erzählt, daß eine der Hauptursachen für die oft heftige Verbreitung der „normalen“ Grippe eben genau die geringe Impfquote der Bevölkerung ist. Auch wenn man selber nicht zur Risikogruppe gehört, und dann höchstens ein Schnüpfchen bekommt – man verbreitet das Virus !

    Ich werde nächste Woche mit meiner Internistin sprechen, und mal schauen, wie es aussieht mit einer Impfung.
    Denn bei mir in der Firma haben wir nun den ersten Fall. Und als ÖPNV-Fahrerin bin ich ja auch ständig in Menschenansammlungen.

  3. Man muss sich zwichendurch auch mal vor Augen führen, welche Gefahr von diesem Virus theoretisch ausgeht. Zwar ist der Verlauf der Schweinegrippe bisher eher mild und die Verbreitung noch nicht so stark wie befürchtet, aber es geht ja nicht darum sich impfen zu lassen damit man halt keine Grippe kriegt, sondern in erster Linie geht es darum die Verbreitung des Virus so gut wie möglich einzudämmen. Denn die Verbreitung stellt die Gefahr dar. Je weiter sich der Virus verbreitet, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er mutiert. Dann helfen die vorhandenen Impfstoffe wohl nichts mehr. Und ist der Virus ersteinmal mutiert, könnte er wesentlich gefährlicher sein als in seiner jetzigen Form. Dann wäre s möglich, dass nicht nur ein paar tausend oder ein paar millionen Menschen daran sterben (es gibt alle 20 oder 30 Jahre eine Grippepandemie die millionen Opfer fordert), sondern ein großer Teil der Menschheit könnte dahingerafft werden.

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