Satire darf alles, außer bei den Ausnahmen

Satire darf alles, außer bei den Ausnahmen

Wenn es um Karikaturen eines sogenannten Propheten geht, dann dürfen sich Muslime anhören, dass sie das gefälligst hinzunehmen haben, schließlich geht es ja um Satire und die dürfe ja alles. Und natürlich ist es auch keine Art auf Satire zu reagieren, sich Waffen zu schnappen und ein paar Menschen zu töten. Da ist eine Abmahnung natürlich eine deutlich harmlosere Reaktion auf Satire – aber die Denke dahinter unterscheidet sich nicht.

Es geht um eine Satire von Metronaut zur Bewerbung Berlins um die Olympischen Spiele 2024. Man mag diese Satire für grenzwertig halten, vielleicht auch geschmacklos, aber es ist Satire. Jetzt mag man dem Berliner Senat zugute halten, dass die nicht gleich einen Trupp Bewaffneter zu den Bloggern geschickt und die haben abknallen lassen, aber eine Abmahnung mit einer Frist von 26 Minuten(!) ist nun auch nicht wirklich die richtige Art mit Satire umzugehen.

Treffend hat es Udo formuliert: Charlie waren wir gestern. Markus Kompa hat bei Telepolis auch ein paar Worte zu der Sache verloren – die alleine schon deswegen lesenswert sind, weil er den ganzen juristischen Kram in viele Sportmetaphern verpackt hat.

Übrigens: Man mag der Meinung sein, dass es sich bei der Abmahnung streng genommen nicht um Zensur handeln würde, aber da der Absender der Abmahnung der Berliner Senat ist, ist die ganze Aktion zumindest nicht so weit davon entfernt.

Beitragsbild: Metronaut.

6 Antworten zu “Satire darf alles, außer bei den Ausnahmen”

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