SaarCamp: Digitale Gesellschaft

SaarCamp: Digitale Gesellschaft

Das SaarCamp hat dieses Jahr wieder ein Blog und macht gleich mal eine Blogparade. Das Thema: Was bedeutet „digitale Gesellschaft“ für euch? Also eine Frage aus der Kategorie „da kann man unfassbar viel zu schreiben“. Ich versuche mich trotzdem kurz zu fassen, schließlich schreibe ich irgendwie ja ständig über das Thema bei Mobile Geeks.

Wenn man von der „digitalen Gesellschaft“ spricht, dann muss ich immer daran denken, dass die Technik sehr viel weiter ist und sich sehr viel schneller entwickelt als wir Menschen. Ich gehöre ja noch zu den Menschen, die in einer Welt aufgewachsen sind, in der es keine Smartphones gab, dafür überall Telefonzellen, Internet gab es auch keins und Computer (zumindest manche) sahen noch aus wie Brotkästen. Kaum jemand konnte sich damals vorstellen, wie rasend schnell sich die Technik entwickeln würde und wie abhängig wir inzwischen im täglichen Leben von der Technik sind.

Kürzlich erst wurde ich in der Stadt angesprochen, ob ich vielleicht mal wegen des Wegs weiterhelfen könne. Zwar war die Fragende in Besitz eines aktuellen Smartphones, aber gedrosselt und sie musste zu einem Termin. Irgendwie schon eine komische Frage: „Entschuldigung, könnten sie für mich mal bei Google Maps nachschauen, wie ich von hier aus in die XYZ-Straße komme? Mein Volumen ist aufgebraucht und da funktioniert fast gar nichts mehr…

Rein technisch sind wir mit Sicherheit schon eine digitale Gesellschaft, aber die Menschen sind längst nicht alle so weit. Es gibt immer noch zu viele, die Angst vor der Technik haben, andere sind zu sorglos. Kaum jemand würde ohne nach links und rechts zu schauen über eine Straße gehen – aber ein Smartphone ohne Zugriffsschutz tragen immer noch reichlich Menschen mit sich rum. Aber es gibt natürlich auch solche Menschen, die da schon viel weiter sind, die den ganzen Digitalkram komplett in ihr Leben integrieren, die damit spielen und experimentieren und sich auch wirklich Gedanken darüber machen, wie und wofür man diese Technik sinnvoll einsetzen kann.

Es gibt da zwei Extreme, die man sich als Kinder vorstellen kann: Auf der einen Seite sitzen die Kinder in einem riesigen Haufen Lego-Steine, bauen damit die tollsten Modelle und auf der anderen Seite sitzen Kinder, die mit einer geladenen Schusswaffe spielen. Die Technik kann beides sein: Bausteine, um sich kreativ auszutoben oder aber eine Waffe, mit der man sich aus Versehen den Kopf weg ballert. Und wir als Gesellschaft, wir sind zum größten Teil einfach noch Kinder. Einige gehen kreativ und selbstverständlich mit der Technik um, andere wissen nicht, wie gefährlich diese Technik sein kann und sind viel zu sorglos.

Klar, es gibt sicher noch viele Abstufungen dazwischen (nicht zu vergessen den blöden Bernd, der immer nur die Lego-Steine den anderen Kindern an den Kopf wirft), aber von einer Gesellschaft, die diese Technik nicht einfach nur irgendwie nutzt, sondern den Namen „digitale Gesellschaft“ verdient, sind wir noch ein ganzes Stück entfernt – und dabei habe ich noch nicht mal die Politik angesprochen, die maßgeblich immer noch von Akteuren bestimmt wird, die dem Durchschnitt der Gesellschaft in Sachen Digitalisierung noch Jahre hinterher sind (zumindest agieren diese Menschen so).

Beitragsbild von geralt via Pixabay, Lizenz: CC0

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