Politisches Pippi-Langstrumpf-Syndrom bei der AfD

Politisches Pippi-Langstrumpf-Syndrom bei der AfD

Das Pippi-Langstrumpf-Syndrom kommt auch in der Politik vor, besonders die AfD ist da ein prima Beispiel. Die AfD hat ein Problem mit der Realität der aktuellen Wahlumfragen. Dort wird sie von den Instituten recht stabil und mehr oder weniger deutlich, aber knapp unter 5% gesehen. Das ist natürlich weit von dem entfernt, was die AfD gerne hätte. Was kann man da tun?

Meta-Prognose Hihihi
Die „Meta-Prognose“ des „Wahl-Radar 2013“ – sieht ganz zufällig die AfD ganz locker über der 5%-Hürde.

Einige Parteien legen dann im Wahlkampf noch mal richtig nach, es werden Mitglieder motiviert und mobilisiert und richtig einer drauf gemacht, um jede Stimme gekämpft. Kann man machen. macht die AfD vielleicht auch. Aber die AfD baut sich nebenbei auch einfach ihre eigene Realität. Da gibt es diesen „Wahl-Radar“ oder „Wahlradar“ – so ganz ist man sich auf der Website über die Schreibweise selbst nicht einig. Dort gibt es eine sogenannte „Meta-Prognose“, bei der die AfD bei 7,3% gesehen wird. Diese „Meta-Prognose“ wollen die Macher aus allen anderen Prognosen und über Social Media bilden. Betrieben wird dieser „Wahl-Radar 2013“ von der Düsseldorfer Kommunikations-Agentur osicom, deren Geschäftsführer laut Impressum ein Wolfgang Osinski ist.

Der sitzt auch ganz zufällig im Vorstand der AfD in Düsseldorf. Ach was.

Screenshot AfD Düsseldorf: http://alternativefuerduesseldorf.de/vorstand/
Screenshot AfD Düsseldorf: http://alternativefuerduesseldorf.de/vorstand/

Jetzt sollte man meinen, dass so was ja eigentlich keine Sau interessieren sollte, wenn so ganz offensichtlich ein Mitglied einer Partei über seine Firma eine Website baut (oder bauen lässt), auf der die eigene Partei mit positiven Prognosen ein bisschen gepusht werden soll. Schon gleich gar, wenn diese Verbindung so offensichtlich ist… Pustekuchen. Es gibt doch tatsächlich keine Information, die so offensichtlich wäre, dass sich nicht auch ein paar „Qualitätsjournalisten“ finden würden, die diese übersehen. Und so wird dieser „Wahl-Radar 2013“ kritiklos zitiert, zum Beispiel bei der Main Post oder beim Volksfreund.

Mal schauen, was ich noch so an Domains habe, dann mache ich auch gleich mal eine Meta-Prognose, die ich mit meiner Würfel-Sammlung aus DSA-Rollenspiel-Zeiten auswürfle. Da kommen die Piraten dann auf die absolute Mehrheit – diese Prognose ist dann zwar genau so wenig wert wie der „Wahl-Radar 2013“, aber das sollte ja keinen „Qualitätsjournalisten“ daran hindern, sie zu zitieren…

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