PEGIDA und ein RTL-Reporter

PEGIDA und ein RTL-Reporter

Da dachte ich, dass es kaum schlimmer werden könne nachdem ich die umgeschnittenen Redebeiträge von PEGIDA-Teilnehmern gesehen hatte (Teil 1, Teil 2). Denkste. Es kann schlimmer kommen. Da stellt sich doch tatsächlich heraus, dass einer dieser „Wutbürger“ eigentlich RTL-Reporter ist und den ganzen Müll, den er da so verzapft hat auch gar nicht so gemeint haben will.

https://www.youtube.com/watch?v=B3tO72CaAoA

Das ist natürlich ein gefundenes Fressen für die PEGIDioten, die jetzt ganz klar eine Verschwörung der „Systemmedien“ bzw. „Lügenpresse“ wittern: RTL schleust bösartig irgendwelche Typen bei den Demos ein und die ARD interviewt die dann. Was ist dieser Felix Reichstein eigentlich für ein unglaublicher Idiot? Jetzt ganz ehrlich, er marschiert zu einer rechten Demo, plaudert dort fremdenfeindlichen Müll in das erstbeste Mikro, dass ihm unter die Nase gehalten wird und nachdem es gesendet wurde kommt er heulend an und distanziert sich von dem Quatsch, den er da geblubbert hat? Echt jetzt? War der in Dresden besoffen? Nimmt er Drogen? Oder ist er einfach nur unfassbar bescheuert? Man weiß es nicht…

Bildschirmfoto 2014-12-20 um 15.13.01

Hat der echt glaubt, die ARD nimmt die Interviews auf, um sie ungesendet in einem Archiv verschimmeln zu lassen? Er muss doch wissen… also er sollte doch wissen, dass man im Zweifel damit rechnen muss, dass gesendet wird, was man in so ein Mikro und eine Kamera hinein blubbert. Oder läuft das bei RTL irgendwie anders? Werden Interviews dort nach der Aufzeichnung noch mal mit überarbeitetem Drehbuch und Schauspielern neu aufgenommen oder was? So von wegen „Scripted Reality“ oder wie dieser Bullshit heißt.

via Kraftfuttermischwerk

Update: Inzwischen liegt auch eine Stellungnahme von RTL vor. Dadurch wird die Sache aber kein Stückchen besser…

Da Pegida-Anhänger bisher nicht oder kaum mit Journalisten reden, hat sich ein Reporter des Landesstudio Ost, welches für RTL aus der Region berichtet, verdeckt auf die Pegida-Demo am vergangenen Montag in Dresden begeben, um Stimmungen und Aussagen für eine spätere Berichterstattung aufzugreifen. Bei seinem Einsatz wurde der verdeckte Reporter, der seit 2 Jahren für das Landesstudio Ost arbeitet und vorher für den NDR tätig war, von einem NDR/Panaroma-Team für ein Interview angesprochen. In dieser Situation hatte er drei Möglichkeiten: Nichts sagen, sich als Kollege outen – oder in der gespielten Rolle eines Pegida-Anhängers verbleiben. Er entschied sich für Möglichkeit drei – und traf damit die eindeutig falsche Entscheidung. Seine Aussagen geben weder seine Meinung noch die von RTL wieder.

Also lag ich mit der „Scripted Reality“-Vermutung wohl gar nicht soooo falsch, oder wie?

Bildschirmfoto 2014-12-20 um 22.06.03

4 Antworten zu “PEGIDA und ein RTL-Reporter”

  1. Hmm, also das Video ist nicht mehr verfügbar… aber ich habe es dann auf der homepage vom ndr angeguckt und habe ich einfach dumm und dämlich gelacht über de seltsamsten Äußerungen, die die Leute da von sich gegeben haben :D

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