Mimimi oder Kampagne?

…und ich dachte immer, als Autor müsste man damit leben, wenn das eigene Buch einem Rezensenten nicht gefällt und ggf. zerrissen wird. Dabei ist die Rezension, um die es geht nicht mal wirklich ein Verriss, sondern eher eine Beschreibung, warum es zu dem Buch eben keine wirkliche Rezension gibt. Autor und Verlag scheinen das in dem Fall aber mal ganz anders zu sehen und drohen gleich mit rechtlichen Schritten und kommen mit Verschwörungstheorien um die Ecke… Natürlich ist es für einen Autoren nicht schön, wenn das eigene Werk zerrissen wird, aber damit muss man halt leben – müssen Musiker schließlich auch. Das Leben ist halt kein Zuckerhof und Ponyschlecken…

Ach noch was: Der Autor des Buches bloggt selber auch, lustige Geschichte, die er da zusammen geschrieben hat, mit weniger lustigen Unterstellungen, die er hoffentlich beweisen kann, sonst geht meiner Meinung nach das mit den rechtlichen Schritten schnell nach hinten los. Aber ich hätte mir ja fast das Display mit dem Kaffee eingesaut, als ich folgendes lesen durfte:

Sobald eine Rezension veröffentlicht ist, untersteht sie nur dann dem Schutze der freien Meinungsäußerung, insofern sie zutreffend fundiert und objektiv analysiert ist – vor allem aber muss der Rezensent das gesamte Werk von der ersten bis zur letzten Seite gelesen haben.

Jemand, der von anderen Bildung erwartet (und dabei auch die alte „was gedruckt ist, ist immer Qualität, online ist immer Müll“-Leier anstimmt), der sollte doch wissen, dass eine Meinung eben immer den Schutz der freien Meinungsäußerung geniesst. Da ist es egal, ob ihm die Meinung gefällt oder nicht, ob der Meinung eine objektive Analyse zugrunde liegt oder nicht. Ja selbst, wenn die Meinung nur auf den ersten 20 Seiten des Buchs, den ersten 3 Songs eines Albums oder eben den ersten 10 Minuten eine Films basiert. So lange das kommuniziert wird und der Rezensent nicht behauptet, das ganze Werk gelesen/gehört/gesehen zu haben ist das auch kein Problem.

Sollte er natürlich seine Anschuldigungen beweisen könnten, dann wäre es tatsächlich ein anderer Fall. Aber ich denke mal, dass ihm das schwer fallen dürfte…

(via Lesekreis)

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