Mein Kopf ist ein Arschloch (oder: Schlaflosigkeit nervt)

Nachdem ich nun gut zwei Stunden lang wach im Bett gelegen habe, abwechselnd Andrea, die Decke und den Wecker angestarrt und ungefähr 16.729 Gedanken vor- und rückwärts gedacht habe… also kurz: Nein, das mit dem Schlafen wird heute nix. Ist ja nicht so, dass ich nicht ein bisschen was Schlafen müsste, schließlich müsste ich ja doch recht früh aufstehen. Andererseits bin ich ja jetzt aufgestanden und wenn ich mich nicht mehr hinlege, dann wäre zumindest dieses Problem gelöst. Viel Schlaf brauche ich ja auch gar nicht, aber so ein bisschen wäre schon nicht verkehrt. Wenn ich denn schlafen könnte – nur meint mein Kopf sich solchen Sachzwängen nicht unterordnen zu müssen. Mein Kopf ist ein Arschloch. Wenn mein Kopf irgendwelche Gedanken wälzen will, dann macht der das einfach… von links nach unten und von oben nach hinten. Das ist so eine Art Amoklauf der Gedanken. Will gar nicht wissen, wie viele Gehirnzellen bei so was kaputt gehen.

Und es sind ja nicht mal wirklich existenzielle Fragen, die sich da durch mein Hirn arbeiten. Weder versuchen meine grauen Zellen die Finanzkrise zu lösen (schon gar nicht die globale) oder die Frage zur Antwort „42“ zu finden. Nix davon. Mein Schädel ist damit beschäftigt, Lösungen für irrwitzig unwichtige Probleme zu finden, zum Beispiel wie ich aus unpassend angelieferten Daten mit möglichst wenig Aufwand doch noch ein passendes Ergebnis schrauben könnte. Ausschlafen wäre vielleicht eine erste Maßnahme? Irgendwelche Texte entstehen in meinem Hirn, wie dieser idiotische Blogbeitrag über Schlaflosigkeit (zumindest ist das irgendwie das Thema, oder?).

Aber immer noch besser als die Einkaufsliste, die sich in einer anderen Ecke meines Hirns angesammelt hat: Energy Drinks, Cola, Schorle, Toast, Laugenstangen, Ananas- und Ziegen-Käse und dann noch irgendwas zu essen für’s Wochenende, mal schauen was uns beim Einkaufen gerade anlacht. Hätte die Werbung nicht schauen sollen gestern Abend, irgendwie geht mir dieses „KNORR Fix für Ofen-Chili mit Spirelli“ nicht mehr aus dem Kopf. Also wird es am Wochenende auch irgendwas geben, was wir mit Käse überbacken. Klingt nach einer guten Idee, schließlich ist fast alles besser, wenn man es mit Käse überbacken hat. Gilt zumindest für die Sachen, die sich überbacken lassen. Die meisten unangenehmen Dinge des Lebens eignen sich ja überhaupt nicht zum Überbacken. Rechnungen oder Zeugen Jehovas, die missionierend vor der Tür stehen zum Beispiel. Papierkram geht im Ofen meist in Flammen auf und die Missionare wehren sich. Sind dann zwar beide weg, aber nur die Zeugen kommen danach nicht wieder – so bekloppt sind nicht mal die, dass die noch mal bei jemandem klingeln, der sie gebeten hat doch bitte in den Ofen zu klettern und sich mit Käse zu bestreuen. „Ich mein das nicht böse, aber ihr nervt einfach und vielleicht werdet ihr erträglicher, nachdem ich euch mit Käse überbacken habe?“ Mmm, sollte ich gleich auf meine Liste der Zeugen-Abschreckungsideen setzen. Für den Fall, dass sich doch noch mal einer von denen traut hier zu klingeln.

Haben wir eigentlich noch genug Maggi? Ist ja hier im Saarland durchaus eine wichtige Frage, ohne das Zeug geht ja mal gar nix habe ich mir sagen lassen. Mein Stiefvater konnte das Zeug ja gar nicht ab. Ihm wurde schon schlecht, wenn er das nur gerochen hat. Mag vielleicht daran liegen, dass er viele Jahre in Singen ein Geschäft hatte. Ja, das Singen am Hohentwiel, wo Maggi herkommt und ich könnte mir vorstellen, dass das bei der Produktion nicht unbedingt so super riecht. Ich hatte es mir damals ja auch spassiger vorgestellt, als ich hörte, dass meine Schule in der Nähe einer Brauerei sei. Wie kann eigentlich etwas so gut schmecken, was bei der Herstellung so widerlich stinkt? Wenn es darauf eine allgemein gültige Antwort gäbe könnte man aus der Welt echt eine deutlich bessere machen. Vielleicht sollten wir auch einfach auf den Treibhauseffekt setzen und schon mal anfangen sehr viel Käse zu reiben – dann gehen wir zwar trotzdem alle hopps, aber werden gleichzeitig mit Käse überbacken und wer weiss, vielleicht hilft’s ja…

Und nein, ich habe keine Drogen genommen und auch keinen Alkohol getrunken. Aber wahrscheinlich war genau das der Fehler. Werde jetzt versuchen mich selbst bewusstlos zu schlagen. Vorher schaue ich noch in die Küche, ob noch genug Maggi da ist… und Käse.

Ähnliche Artikel

Der unvermeidliche Jahresrückblick Das Jahr ging ja nun wirklich schnell rum, aber das ist ja wohl so, dass die Zeit immer schneller zu vergehen scheint, je älter man wird. Und was...
Warum ich C.T. verklage… Das ist ja eine lustige Diskussion, ich bin echt überrascht und zwar von der extremen Bandbreite der Reaktionen. Seit ich beschlossen habe C.T. m...
Macworld Keynote Ja, ich weiss, ich bin spät dran. War die Woche aber auch ausgeknockt, da war nix mit großen Gedanken zur Keynote. Inzwischen gab es ja auch...

2 Antworten zu “Mein Kopf ist ein Arschloch (oder: Schlaflosigkeit nervt)”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.