Helmgate: Hallo Cranioform, muss so was echt sein?

Ich versuche diese Geschichte mal sehr kurz zusammenzufassen (ich empfehle die ausführliche Version zu lesen): Eine Mutter dokumentiert die Behandlung ihres Kindes mit einem Helm der Firma Cranioform in ihrem Weblog, veröffentlicht dabei auch Fotos mit ihrem Sohn. Die Firma findet den Artikel anscheinend gut und verlinkt ihn auf ihrer Facebook-Seite. Die Fotos findet sie so gut, dass sie da einfach mal eins verwendet. Die Mutter findet das nicht witzig und mahnt die Firma ab. Die Firma reagiert mit einer Gegenabmahnung.

Jetzt kann man natürlich der Meinung sein, dass Conny – die Mutter – die Firma nicht gleich hätte abmahnen lassen sollen, sondern erstmal eine Mail schreiben können. Ja, der Meinung kann man sein, ich hätte es wohl auch so gemacht. Andererseits muss man das nicht machen. Und in Anbetracht der Reaktion der Firma ist natürlich sowieso fraglich, dass eine nette Mail da viel gebracht hätte.

Tatsache bleibt aber, dass die Firma vielleicht juristisch im Recht sein könnte (was ich spontan eher anzweifeln würde, vor allem kommt es mir seltsam vor, dass die behandelnde Ärztin erst eine Einwilligung zur Nutzung gibt, die dann aber ganz plötzlich widerruft und der Firma erteilt), aber mal so rein moralisch betrachtet hätte die Firma auch einfach die Abmahnung zahlen und daraus lernen können, dass man sich auch bei Bloggern nicht ungefragt für die eigene Werbung bedienen sollte. Gerade auch, da denen ja die finanzielle Situation von Conny bekannt gewesen sein muss.

Keine Ahnung, was sich die Mitarbeiter bei Cranioform dabei gedacht haben. Vielleicht etwas in der Art, dass man sich doch nicht von so einer dahergelaufenen Bloggerin ans Bein pinkeln lasse und der jetzt mal zeigen wolle, wer hier der Stärkere ist? Wie gesagt, ich weiß es nicht. Vielleicht äußert sich das Unternehmen bei Gelegenheit mal dazu?

Beitragsfoto: Der Helm mit dem alles anfing – von Conny

Posted by Carsten Dobschat