Freifunk in Lebach: Läuft!

Endlich wurde ein Anfang gemacht in Sachen „Freifunk für die Landesaufnahmestelle Lebach“. Es wurde wirklich Zeit. Und am Ende ging es dann doch sehr schnell. Seit Wochen und Monaten war das ein langes Hin und Her. Die Landesregierung wolle da was tun, dann wieder doch nicht, dann bald, dann vielleicht, mal mit diesem, mal mit jenem Unternehmen, man müsse sich absprechen und warten… Tatsache ist, dass (nicht nur) mir da gestern echt der Kragen geplatzt ist. Ich hatte einfach keinen Bock mehr, darüber zu diskutieren, wer wann mit wem über was redet und was dann vielleicht unter Umständen kommt oder auch nicht. Dafür ist keine Zeit, wenn man sich vor Augen führt, dass es in Lebach einen Schwarzmarkt für Prepaid-Karten gibt, die von Neuankömmlingen über Essensmarken „gekauft“ werden, damit sie eine Möglichkeit haben, Freunden und Familienmitgliedern mitzuteilen, dass sie noch leben und wo sie sind.

Direkt gegenüber hat der FV Lebach seinen Sportplatz. Ein Anruf beim Vorsitzenden gestern, ein Termin vor Ort heute und dank dem FV Lebach, der einen Teil seiner Internetanbindung zur Verfügung stellt und vier Freifunkern, die einfach mal gemacht und Router hingetragen haben, gibt es nun einen ersten Freifunk-Zugang in der Landesaufnahmestelle, der auch sofort genutzt wird – ganz ohne Werbung dafür zu machen. Der Bedarf ist also offensichtlich da.

Die nächsten Schritte sind: Informationen für Anwohner, mit der Bitte ebenfalls einen Teil ihrer Anbindung zur Verfügung zu stellen und einen Freifunk-Router zu beherbergen, die Anwohner auch direkt ansprechen und fragen (Klinken putzen). Dann  Informationsflyer für die Menschen in der Landesaufnahmestelle (zunächst auf englisch), was Freifunk ist, wo sie Router her bekommen können, um das Netzwerk zu vergrößern. Und natürlich Spenden einsammeln, damit mehr Router angeschafft und ggf. auch eigene DSL-Anschlüsse speziell für die Freifunk-Versorgung angemietet werden können. Und einfach nicht mehr auf die Politik warten.

Wer spenden möchte: Einfach die Spende mit einem entsprechenden Vermerk („Für Freifunk in Lebach“ o.ä.) aus dem klar hervor geht, dass die Spende speziell für dieses Projekt gedacht ist an den Technik Kultur Saar e.V. überweisen. Spendenquittungen gibt es auch und da der Verein gemeinnützig ist, kann man damit auch was anfangen 🙂

Und ja, so ein einzelner Zugang mit zwei Routern und gerade mal 4MBit/s Bandbreite ist nur ein kleiner Anfang – aber es ist ein Anfang! Und es ist verdammt noch mal mehr, als die Landesregierung mit all ihren Ressourcen hinbekommen hat. Es ist ja nicht so, dass wir – die Freifunker – nicht auch der Landesregierung angeboten haben, da zu unterstützen. Aber wahrscheinlich rechnet man dort immer noch nach und kommt wegen der ganzen WLAN-Kabel auf ähnliche Phantasiekosten für Freifunk wie in Köln 🙁