Fragen kostet ja nichts

Fragen kostet ja nichts

Nach der Ankündigung, dass Kool Savas und Xavier Naidoo gerne nächstes Jahr bei ESC für Deutschland antreten würden, stellten sich natürlich zwei Fragen. Die erste Frage: „Hat denen denn keiner gesagt, dass es sich um einen Musikwettbewerb handelt?“ Gut, die Antwort auf diese Frage ist natürlich klar: Musik ist Geschmacksache, da wollen wir mal nicht so sein.

Aber die zweite Frage hat zumindest mal jemand direkt dem Herrn Naidoo gestellt, der ja auf Facebook eine eigene Seite unterhält:

Hey, Xavier! Nun, da du ja beim nächsten Eurovision Song Contest antreten willst...Welches Land willst Du denn eigentlich vertreten? Deutschland kann's ja irgendwie nicht sein, da Du ja stets betonst, dass Deutschland kein souveränes, sondern ein weiterhin besetztes Land ist. Wie willst Du das regeln? Kandidierst du für die Deutschland GmbH/AG oder gründest Du mit Deinen Reichsbürger-Homies vorher noch das Fürstentum Naidoonia? Ich freue mich auf deine kompetente Antwort!

Eine Antwort hat er bislang nicht bekommen, aber das Interesse an der Frage bzw. einer wahrscheinlich niemals eintreffenden Antwort von Xavier Naidoo ist offensichtlich recht groß. Aber dafür ist der Kommentarthread unter dem Beitrag inzwischen recht unterhaltsam, hat sich doch auch der eine oder andere Aluhut dahin verirrt…

Wenn es nicht immer mehr von diesen Verschwörungstheoretikern werden würden, dann könnte man die ja weiterhin in die Schublade „Unterhaltsame, aber weitgehend harmlos Spinner“ einsortieren. Aber irgendwie tauchen solche Typen immer häufiger auf und 95% dieser Gestalten glauben ja auch noch zu wissen, wer am Ende hinter dieser großen Verschwörung stecken würde, an die sie glauben: Die bösen Juden. Natürlich. Wer auch sonst. Hatten wir das nicht schon mal? Und das zieht sich durch alle verschwörungstheoretischen Geschmacksrichtungen, egal ob es die Chemtrail-Gläubigen sind, die glauben wollen, dass per Flugzeug Chemikalien versprüht werden oder die selbsternannten Impfkritiker, die hinter Impfungen irgendwelche bösen Pläne vermuten. Am Ende sind dann immer irgendwelche jüdischen Großkapitalisten schuld, die irgendwie alles steuern und kontrollieren. Ja nee, ist klar.

Als wäre das nicht schon schlimm genug, bekommt jemand wie Xavier Naidoo auch noch Sendezeit für eine eigene Show. Klar, total unpolitisch diese Show, stimmt schon – aber es bleibt Sendezeit für jemanden, der sich hinstellt und gefährlichen Reichsbürger-Blödsinn erzählt. Hoffentlich nicht auch noch beim ESC…

 

22 Antworten zu “Fragen kostet ja nichts”

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