Fünf Millionen?

Okay, einerseits habe ich ja gar nichts dagegen, wenn sich der Staat mal drum kümmert die großen Fische in Sachen Steuerhinterziehung dran zu kriegen. Und wenn das erfolgreich ist, dann müsste man sich als ehrlicher Steuerzahler ja freuen. Aber so richtig kann ich mich da nicht freuen, wenn ich lese, dass für die Informationen evtl. Geld gezahlt wurde. Ob nun fünf Millionen Euro vom BND oder 4,2 Millionen Euro vom Finanzministerium  gezahlt wurden, um an Informationen zu kommen, die sehr wahrscheinlich gestohlen wurden – mir gefällt das einfach nicht, dass solches Material eingekauft wird. Ich bin kein Anwalt, daher kann ich nicht sagen, ob das rechtlich wirklich einwandfrei ist oder nicht, aber zumindest moralisch finde ich es doch bedenklich, wenn ein Staat anfängt, sich Informationen aus fragwürdigen Quellen von “geheimnisvollen Informanten” zu kaufen. Das kann man durchaus auch anders sehen…

Was mir aber absolut nicht gefällt an der Sache:

Den entscheidenden Tipp im Fall Zumwinkel haben die Fahnder laut Dieter Ondracek, Chef der Deutschen Steuergewerkschaft, bereits im August 2007 erhalten.
Dass es so lange bis zum ersten Haftbefehl dauerte, begründete Ondracek mit der schlechten personellen Ausstattung der deutschen Steuerfahnder sowie damit, dass eine ganze Reihe von prominenten Namen aufgetaucht sei. Da habe man ganz besonders streng prüfen müssen, ob es sich nicht um falsche Anschuldigungen gehandelt habe.

Ach so, es waren prominente Namen dabei, da muss dann also besonders streng geprüft werden und so. Und bei Namen, die nicht prominent sind wird dann sofort das Haus durchsucht? Bei denen ist das also nicht so schlimm…? Dann ist das wenigstens geklärt.