Die saarländische Landesregierung möchte bitte gehackt werden!

Die saarländische Landesregierung möchte bitte gehackt werden!

Immer noch laufen rund 150 Rechner der saarländischen Landesregierung mit Windows XP. Ja, diese Windows-Version, die man seit April 2014 definitiv und endgültig als tot und nicht mehr nutzbar bezeichnen darf muss. Und für die Umstellung der letzten Rechner will sich die Landesregierung Zeit bis September 2015 lassen.

Offensichtlich will die Regierung des kleinen Saarlandes nicht hinter der großen Bundespolitik zurück stecken: Wenn schon der Bundestag gehackt wird, dann doch bitte auch die saarländische Regierung. Damit es die Hacker nicht so schwer haben, lässt man also die 150 Rechner mit Windows XP einfach mal weiter laufen. 150 große Scheunentore. Ist das nicht herrlich? Aber besonders putzig fand ich ja:

Die Landesregierung teilte mit, dass sie sofort nach Bekanntwerden des Auslaufens der Wartung für Windows XP begonnen habe, die Computer umzustellen.

Also im Jahr 2002 hat Microsoft Produktlebenszyklen für die diversen Software-Produkte eingeführt, unter anderem auch für Windows XP. Das bedeutet, dass seit inzwischen 13 Jahren bekannt ist, dass der Support für Windows XP im April 2014 endete. Also liess die Landesregierung da wohl eine Lüge mitteilen, denn mir kann keiner erzählen, dass es innerhalb von über 10 Jahren nicht zu schaffen gewesen sein soll, sich auf eine rechtzeitige Umstellung der XP-Rechner einzustellen (ich will gar nicht wissen, wie viele der noch laufenden 150 XP-Rechner nach 2002 angeschafft wurden, man also schon bei der Inbetriebnahme wusste, dass und wann es mit dem Betriebssystem zu Ende gehen wird).

Eine andere Erklärung wäre, dass die IT-Betreuung der Landesregierung hier einen neuen Maßstab in Sachen Inkompetenz setzt. Oder aber, die ITler wurden einfach von ihren Vorgesetzten aus der Politik nicht ernst genommen mit ihren Warnungen und bekamen einfach nicht das nötige Geld, um alle Rechner rechtzeitig umzustellen. Da die 150 Rechner im Ressort Bildung und Kultur stehen, müsste man also den Herrn Ulrich Commerçon und seine Vorgänger fragen, ob sie von ihren IT-Leuten nicht darauf hingewiesen wurden oder ob sie einen dicken, fetten 💩 auf die Warnungen der IT gesetzt haben.

Vielleicht will Go diese Frage bei einem der nächsten Ausschuss-Termine mal im Detail klären.

Beitragsbild: Windows XP Symbolfoto von Alpha, Lizenz: CC BY-SA 2.0

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