Und das ist schlimm:

Pubertät ist echt was schlimmes. Man sieht scheisse aus, labert viel Scheisse und weiss seinen Körper nicht mehr richtig zu benutzen. Gell, Blogosphäre?!

Ja, es stimmt, was Andreas schreibt, die kuschelige deutsche Blogosphaere, wo man das Gefühl hatte, alle zu kennen – die ist tot. Wenn es sie denn überhaupt jemals gab. Aber was da in letzter Zeit abgeht macht wirklich immer weniger Spass. Klar, es gab schon immer Blogger, die sich gegenseitig nicht leiden konnten – da wurde es krampfhaft vermieden sich zu verlinken oder auch nur zu erwähnen, hin und wieder gab es mal einen bösen Post und die Leser haben sich Popcorn geholt und sich einen gegrinst, weil die da mal wieder eine gute Show liefern. War ja alles spassig und blieb vor allem auf einer Ebene, die man noch als fair und (halbwegs) sachlich bezeichnen konnte. Inzwischen werden da aber regelrechte Kampagnen gefahren – da werden mal eben alte Beiträge aus dem Blog gelöscht, weil man da ja dummerweise jemanden gelobt hat, der heute aber Ziel heftiger Angriffe ist. Klar, da passt so ein alter Beitrag nicht, in dem man genau die Person heftig gelobt hat, der man heute unterstellt mindestens das personifizierte Böse zu sein oder so ähnlich. Hallo? Geht’s noch?
Und dann die Frage, wer denn nun ein wahrer und echter Blogger sei. Nein, ein Blogger dürfe ja auf keinen Fall mit seinem Blog oder auch nur mit einzelnen Beiträgen Geld verdienen. Egal wie transparent so was gemacht wird – das wäre ja gegen das wahre Bloggertum. Es reicht nicht, wenn ein Blogger seine Leser nicht verarscht, nein, keinen Cent Umsatz soll er gefälligst mit seinem Blog machen – weder direkt noch indirekt. Aber auch da wird von vielen gerne mit zweierlei Maß gemessen. Was man selber an Hard- oder Software gesponsort bekommt ist natürlich was ganz was anderes oder wenn bestimmte Leute über ihr Blog indirekt auch ihre Produkte verkaufen, dann ist das völlig okay. Aber wenn Spreeblick eine Vermarktungsplattform für Weblogs startet oder andere Blogger bei einer PR-Aktion mitmachen – und das am Anfang zumindest absolut transparent – dann scheint der Untergang von Klein-Bloggerland nahe zu sein. Nix gegen Kritik, nix gegen Polemik – aber kann man sich dabei wenigstens ein klein wenig an die Fakten halten, statt schon vor dem Start etwas alleine aufgrund der Vorstellung, die man davon hat nieder zu schreiben? Man glaubt, irgendwas würde sich in diese oder jene Richtung entwickeln und deswegen sei das alles Müll – unabhängig davon, wie es am Ende wirklich läuft. Oder gleich einen Schritt weiter: das ist was aus dem bösen, kommerziellen Dunstkreis der bösen, kommerziellen Berliner vom Spreeblick Verlag – das müsse ja einfach nur Dreck und Kommerzkacke sein, da könne ja gar nichts gutes dran sein.
Ich habe durchaus auch gewisse Bauchschmerzen bei der PS3-Aktion von René, MC Winkel und Nilzenburger – aber es sieht ja nun nicht so aus, als wollten sie ihre Leser verarschen. Ganz klar sagen sie, dass sie dafür bezahlt werden drei Tage zu zocken, zu feiern und zu bloggen und gut. Und sicher werden ihre Beiträge zum Thema PS3 jetzt und in Zukunft sehr genau beobachtet werden und ich bin mir sicher, dass die drei sich dessen sehr wohl bewusst sind. Es gibt ja mehr als genug Leute, denen es ein Fest wäre einem der bösen Kommerzblogger mal unsauberes Verhalten nachzuweisen. Und sollte es solches geben, dann würde da dann auch mit Recht drauf gehauen. Ansonsten kann man diese Aktion gut finden, sie schlecht finden oder sie kann einem – wie mir – ziemlich am Hintern vorbei gehen. Das war’s, aber so eine Aktion oder ein von VW gesponsortes Schlämmerblog sind genau so wenig der Untergang des Bloggerlands wie eine DSDS-Weblog oder schlechte Firmenweblogs. Mal abgesehen davon, dass ich die Existenz dieses ominösen Bloggerlands bezweifle, da stimme ich mit Andreas 100%ig überein:

Im Grunde beschreibt die Blogosphäre also ein technisches System und kein soziales.

Und selbst wenn nun der ganze Blog-Hype ein Ende findet und die “Blogosphäre” dann zerfällt in viele kleine Gruppen von Fach-, Kommerz-, Privat-, Kuschel- und wasweissich-Bloggern – was soll’s. Ich werde weiter ins Internet schreiben – das habe ich getan bevor es “bloggen” genannt wurde und ich werde es auch tun, wenn keiner mehr von Weblogs spricht, so lange bis ich keine Lust mehr darauf habe oder ich mit den Füssen voran aus der Tür getragen werde.  Aber ich würde gerne wieder mal Blogbeiträge über das Bloggen lesen ohne gleich kotzen zu müssen. Wenn man schon nicht friedlich und mit einer gewissen Fairness miteinander umgehen kann oder will: wäre es dann wenigstens möglich alle Beiträge über das Bloggen einfach gleich in der Überschrift zu kennzeichnen? Nur damit man sie nicht aus Versehen liest… Ich gehe da ab sofort mal mit gutem Beispiel voran.

Apropos Kritik und so: schade, dass DonAlphonso seine Teilnahme an der re:publica abgesagt hat. Hatte mich auch schon gewundert, wie er da in das Programm gekommen ist – nicht böse gemeint übrigens, ich dachte nur nicht wirklich, dass er bei so einer Konferenz auftreten würde. Und irgendwie hatte ich mit dem Gedanken ja dann doch recht… leider…

Disclaimer: ja, ich weiss, auch ich bin ein Mensch, auch ich habe Fehler und auch ich habe durchaus schon Diskussionen geführt, die ich besser nicht oder zumindest besser in einer anderen, sachlicheren Form geführt hätte. So sind Menschen eben: sie machen Fehler. Die einen lernen mehr aus ihren Fehlern, andere weniger und einige wenige gar nix. Ich arbeite schwer daran zu denen zu gehören, die aus ihren Fehlern lernen. Aber es gibt ja auch genug Leute da draussen, die mir ans Bein pissen wollen, egal ob ich jetzt hier diesen Disclaimer hin schreibe oder nicht…