Arbeiten mit dem iPad Pro

Der Herr Dobschat und das iPad, das ist eine sehr wechselvolle Geschichte. Nachdem Apple das erste iPad vorgestellt hatte, war ich erstmal sehr skeptisch. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich mir ein iPad zugelegt hatte, vor allem als E-Book-Reader, mit dem ich auch mal Mails abrufen kann. So ungefähr. Später wurde es dann ein iPad mini, einfach weil es mobiler war und ja, manche Jobs konnten auch damit erledigt werden.


Aber es war immer nur eine Notlösung. Andererseits immer ein MacBook mitschleppen? Irgendwas dazwischen sollte es sein: mobiler als das MacBook Pro 15″, aber nicht ganz so eingeschränkt wie ein iPad. Eine richtige Tastatur, ein richtiges Betriebssystem und so. Also kam ein Surface Pro ins Haus. Damit lässt sich auch gut arbeiten, immerhin ist Windows 10 ja das beste Windows, das es gibt – und das meine ich frei von Ironie (beinahe 😉).

Und ja, damit lässt sich wirklich ganz gut arbeiten, aber dann kam Apple mit dem neuen iPad Pro 10.5″. Das große iPad Pro war mir ja zu groß, dann die Einschränkungen von iOS, aber die Kombination aus der neuen Größe und dem kommenden iOS 11 sehen tatsächlich danach aus, als könnte ich damit auch alles machen, was ich von einem ultramobilen Gerät erwarte. Eben ein Gerät zwischen Smartphone und Notebook. Also probieren…

Dabei entstand dann so ein kleiner Vergleich bei Mobile Geeks zwischen den beiden Geräten, die sich ja eigentlich nicht vergleichen lassen. Aber unabhängig davon habe ich jetzt eine ganze Menge Texte mit dem iPad Pro geschrieben. Die Tastatur und ich sind immer noch nicht die besten Freunde, die Tasten sind nicht größer geworden und meine Finger immer noch mitteleuropäische Standardwurstfinger, was die Autokorrektur nicht immer ausgleichen kann, aber es wird. Sehr angenehm ist beim iPad einfach, wie schnell es aus dem Rucksack geholt und einsatzbereit ist und die Laufzeit. In dem Punkt schlägt es das Surface deutlich.

Tatsächlich ist es das erste iPad, mit dem ich wirklich produktiv arbeiten kann und bei dem es sich nicht ständig nach Notlösung anfühlt. Das liegt auch an der Performance. Ich lasse aktuell noch die Finger von der iOS 11 Beta (die teste ich auf dem iPad Air 2, die Installation ist ja keine große Sache), auch wenn es mich natürlich in den Fingern juckt, die neuen Features auf dem Pro zu testen, aber die Geschwindigkeit und vor allem Stabilität ist mir noch zu Beta für ein Gerät, mit dem ich inzwischen fast täglich arbeite.

Tatsächlich hätte ich nicht damit gerechnet, dass sich so gut mit dem iPad Pro arbeiten lässt und es ist jetzt ein Effekt eingetreten, der mir vorher gesagt wurde, wenn ich nur lange genug mit dem Surface arbeiten würde, aber mich bislang verschonte: Ich ertappe mich immer wieder dabei, dass ich am MacBook auf den Bildschirm tippen will… 😊

Und auch wenn bei der Tastatur noch Luft nach oben ist, immer häufiger schreibe ich längere Texte lieber auf dem iPad als am Mac, alleine schon weil die reduzierte Oberfläche auch ablenkungsfreier ist. Dieser Vorteil wiegt für mich fast komplett die Schwächen der Tastatur auf. Und natürlich: Das iPad Pro ist leichter und kompakter als das Surface oder das MacBook, das ist noch ein Vorteil, der die Nachteile der Tastatur mit aufwiegt.

Und ja: Vor wenigen Monaten war ich noch der festen Überzeugung, dass ein iPad kein Gerät wäre, mit dem ich richtig arbeiten könnte – diese Meinung habe ich inzwischen geändert, dazu braucht es nur das iPad Pro und einen intensiven Versuch. Ist aber auch nicht neu, dass ich im Zusammenhang mit Apples Tabletcomputer dazu neige, meine Meinung gelegentlich zu ändern, immerhin dachte ich bei der Vorstellung des ersten iPads noch, dass ich mir so ein Ding nie kaufen würde.